Ein persönliches Wort vorab Manchmal verändert sich eine Welt, die man liebt, leise und über Jahre hinweg — und irgendwann merkt man, dass vieles, was einem wichtig war, kaum noch jemand wahrnimmt. Dieser Text beschreibt meine ganz persönliche Sicht auf den Wandel im Kampfsport. Er soll niemanden kritisieren oder etwas vorschreiben, sondern ist einfach ein ehrlicher Blick aus dem Herzen. Vielleicht regt er den einen oder anderen dazu an, darüber nachzudenken, was Respekt, Haltung und Zugehörigkeit heute bedeuten können.

 

Kampfsport damals & heute

Die 90er Jahre – meine goldene Zeit

 

In den 1990er Jahren war Kampfsport klar strukturiert und traditionell: Ju-Jutsu, Karate, Kickboxen, Boxen, Muay Thai, Ringen. Kleidung wie Gi und Gürtel, lange Kickboxhosen oder Muay Thai Shorts waren entsprechend der Sportart selbstverständlich – ein Symbol für Disziplin, Respekt und Zugehörigkeit. Training war hart, fokussiert und respektvoll: Begrüßung, Aufwärmen, Partnerübungen, Gürtelprüfungen und viel Praxis durch Kämpfen/Sparring. Werte wie Technik, Präzision, Respekt, Verantwortung und faires Verhalten standen im Mittelpunkt. Diese Zeit vermittelte nicht nur Kampftechnik, sondern eine Kultur des Lernens und Miteinanders.

 

Heute – moderne Trainingsformen

 

Kurse kombinieren Fitness, Boxen, Kickboxen, Selbstverteidigung und Lifestyle-Elemente. Kleidung ist flexibel: Funktionale Sportkleidung ersetzt häufig Gi, Boxausrüstung oder sportartspezifische Kleidung wie Kickboxhosen oder Muay Thai Shorts. Disziplin und Rituale sind nicht mehr überall Standard, der Fokus liegt auf Bewegung, Spaß und Individualität. Gruppenzugehörigkeit wird selten durch Kleidung oder Rangordnung signalisiert.

 

Fazit

 

Die goldene Ära der 90er gibt es heute so nicht mehr. Die Werte von Disziplin, Respekt und Handlungssicherheit will ich lebendig halten – egal, wie sehr sich die Trainingswelt verändert. Ich finde es schade, dass vieles von damals nicht mehr so gelebt wird, insbesondere kann ich den Wandel im Kleidungsstil nicht nachvollziehen, nehme ihn aber an, auch wenn ich es nicht ändern kann. Es schmerzt zu sehen, wie manche heute in Freizeit- und Fitnesskleidung antreten und trotzdem die Haltung der alten Schule erwarten. Den Wandel nehme ich zwar an, doch er bricht mir innerlich ein Stück weit das Herz.

 

Druckversion | Sitemap
Copyright©TAKEMOUNT